Jun
10
urban gardening

Urban Gardening: Blumen als Waffe

Urban Gardening oder auch Guerilla Gardening genannt ist sicherlich eine der schönsten Arten des Protests gegen die politische Ungehorsamkeit. Die Erfinder dieser Bewegung begannen in den 70 ern bunte Akzente in den grauen Beton-Städten zu setzen, die sich gegen gie Ungerechtigkeit und Globalisierung gerichtet haben. Dabei spielten Farben, Formen und die Art der Pflanze eine für dass Statement so wichtige Rolle.
Mittlerweile erfüllt diese Bewegung ganz andere Ziele. Das Anlegen von kleinen Grünanlagen in der Stadt sollen vorallem die Offenheit gegenüber Veränderungen und den Zusammenhalt in der Nachbarschaft signalisieren. Die Gärten gibt es in verschiedenen Varianten. Es muss genau hingeschaut werden wenn man einige Exemplare entdecken möchte. Denn die Größe variiert sehr stark. Von einigen wenige Grünpflanzen bis hin zu aufwendig angelegten Gärten mit enormer Vielfalt an organischem Gemüse, mit welchem es möglich wäre die gesamte Nachbarschaft zu versorgen ist alles vertreten. Hier treffen sich die Nachbarn und Naturliebhaber und kümmern sich liebevoll um ihre Schützlinge. Vielerorts werden sogen kulinarische Abende veranstaltet. Hier trifft sich die Nachbarschaft, holt ein Teil der “Ernte” ein, bereitet ein angenehmes Mahl zu und genießt das Resultat ihrer Fürsorge in vollen Zügen. Die Regeln von solchen Garten-Communities sind genau so vielfältig wie das Pflanzenangebot. Von geschlossenen Gemeinschaften, die eine Mitgliedschaft erfordern bis hin zu öffentlich angelegten Kräutergärten, die für Jedermann offen stehen und an den sich jeder bedienen kann ist alles zu finden.
Ganz egal welche Art von Gärten es ist, eins haben alle gemeinsam. Sie machen unsere Städte bunter, fördern die soziale Verantwortung und erhöhen die Viertel-Identität.

Zar sagt: Augen offen halten, Angebot nutzen und ab und an selbst ein Setzling pflanzen.

Foto: Flickr

Mai
7
Guerilla Knitting

Guerilla Knitting: Stricken für eine schönere Welt

Wer bisher glaubte, Stricken oder Häkeln sei nur etwas für ältere Damen, der irrt. In vielen deutschen Städten zieren Strickereien öffentliche Gegenstände wie Laternenmasten, Fahrradständer, ja sogar Bäume. Guerilla als auch Urban Knitting genannt ist zweifellos ein neuer Trend, welcher neben der Verschönerung von Stadtmöbeln sowie Bäumen durch gestrickte Accessoires gezielte politische Botschaften zum Ausdruck bringen soll.

Wolle, Nadeln mit viel Kreativität

Dabei verstehen sich die Strickerinnen als kreative Straßenkünstler, die kalt wirkende Orte in Städten durch Stricken zu personalisieren oder verschönern versuchen. Ursprünglich stammt diese Straßenkunst aus den USA. Rasend schnell erreichte dieser Guerilla-Knitting-Trend über das Internet Europa und dabei auch Deutschland. Dort erregten die gestrickten Graffitos in Frankfurt am Main 2010 erstmals öffentliche Aufmerksamkeit. Seitdem erfreuen sich die Guerilla-Strickarbeiten immer größerer Beliebtheit – ein neuer Strick-Trend wurde geboren.

Die Strick-Guerilla sieht dabei in nahezu jedem Gegenstand des öffentlichen Raums, eine Möglichkeit, ihre Strickwerke anzubringen. Besonders beliebte Ziele sind Straßenlaternen, Bäume, alte Fahrräder, Telefonzellen oder Türklinken. Kreative Straßenkünstler nehmen diesen Beitrag für eine schönere Welt sehr persönlich. Ihre Umgebung zu schmücken und die Art, mit der die Menschen ihre Welt sehen, zu verändern, das ist das erklärte Ziel der Strick-Guerilla.

Viele der Strickerinnen sind dabei junge, emanzipierte Frauen, die das Urban Knitting als feminine Form der Straßenkunst sehen. Aber auch einige Männer greifen zu Wolle und Nadeln. Interessierte organisieren sich mittlerweile in Gruppen und treffen sich regelmäßig zum gemeinsamen Stricken. Neben den sozialen Komponenten hat das Stricken und Häkeln auch eine beruhigende Wirkung.

Stricken für den Frieden

Die gestrickten Werke können auch symbolische Bedeutung erlangen, da sie häufig zu politischen Anlässen, Frauentagen oder Demonstrationen an stark frequentierten Orten angebracht werden. Häufig transportieren sie dabei feministische Aussagen oder Botschaften der Friedens- und Umweltbewegung.
Besondere mediale Aufmerksamkeit erlangten zwei junge Frauen, als diese zum Jahrestag der Zerstörung Dresdens im Februar diesen Jahres, einen Leopard-Panzer des Militärhistorischen Museums einstrickten und für eine Geschichtsdebatte sorgten. Ihre Art, ein Symbol des Friedens zu setzen.

 

 

Foto: grrl+dog